Presseberichterstattung

Kölner Stadtanzeiger vom 05.11.2012

Gesamtschule: „Mehr Schwung“ für Schulfrage

von Pamo Roth

Die Falken koordinieren das Bündnis aus verschiedenen Organisationen und Parteien – und sammeln Unterschriften wie hier vor einer Sondersitzung des Schulausschusses.  Foto: Pamo Roth

Die Diskussion um die Veränderungen in der Schullandschaft beschäftigt nicht nur die Politik, sondern vor allem auch viele Eltern, die sich überlegen, welche weiterführende Schule die beste für ihre Kinder ist. Dazu hat sich am 18. Oktober das Aktionsbündnis „Gesamtschule für Frechen“ gegründet, das eine Unterschriftenkampagne für eine Gesamtschule zum Schuljahr 2014/2015 gestartet hat. Das Bündnis aus Grünen, Bürgerinitiative Grube Carl, Linken, Junge Alternative (JA!), Sozialem Bündnis und der AG Schulpflegschaften der Grundschulen wird von dem Jugendverband „Die Falken“ koordiniert. Ihre Argumente sind das längere gemeinsame Lernen bis zum zehnten Schuljahr mit behinderten und nicht behinderten Kindern und dass alle Bildungsabschlüsse möglich sind. Zudem sei eine Durchlässigkeit von unten nach oben möglich, sagt Jürgen Ulbricht (Linke) hervor. Außerdem haben die Schüler weniger Druck mit neun Jahren bis zum Abitur (G9) statt acht (G 8), betont Thomas Bauer (JA!): „Gesamtschule ist der sanftere Weg, weil die Schüler weniger Druck haben und mehr Zeit, sich zu entwickeln.“ „Ein Aufbruch in der Schullandschaft ist toll für unsere Kinder, und wir wollen etwas dazu beitragen“, erklärte Falken-Geschäftsführer Achim Bauer. Der Zeitpunkt sei günstig nach dem Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte und das eine Gesamtschule für Frechen favorisiert. Dabei bemängelte Uwe Tietz von der AG Schulpflegschaften, dass die Stadt bei dieser Frage eher „statisch“ auftrete: „Die Stadt reagiert statt zu agieren“, sagte er. „Die Diskussion muss mehr Schwung bekommen.“ Ihnen gehe es aber nicht um einen neuen Schulbau, sondern um eine Organisationsform, stellte Miriam Erbacher (Grüne) klar: „Wir brauchen eine Umstrukturierung, nicht ein neues Gebäude.“ Das Kostenargument zähle als Absage nicht, weil eine neu einzurichtende Gesamtschule nicht mehr koste als die fälligen Sanierungen für die bisherigen Schulgebäude. Die Unterschriftenkampagne soll auch zeigen, wie groß das Interesse der Frechener Eltern an einer Gesamtschule sei. „Wenn wir 100 Kinder in der entsprechenden Jahrgangsstufe hätten beziehungsweise 1000 Unterschriften, wäre das ein Riesenerfolg“, so Achim Bauer. Kommen bis zur nächsten Ratssitzung am Dienstag, 11. Dezember, genügend Unterschriften zusammen, überlegt sich das Bündnis, wie die im Rat vertretenen Fraktionen mit Anträgen vorgehen. „Wir sind sehr zuversichtlich und wollen uns nicht noch fünf oder zehn Jahre vertrösten lassen“. Zudem wollten sie die Unterschriften auch danach auswerten, wie viele Eltern unterschreiben, deren Kinder es auch wirklich betrifft. Die Flugblätter und Listen werden über die unterstützenden Organisationen verteilt, liegen in verschiedenen Geschäften in der Stadt aus und könnten auch über ihre Internetseite abgerufen werden. Abgegeben werden können die Listen bei den Falken in der Dr.-Tusch-Straße 4.

Kölnische Rundschau vom 06.11.2012

„Wir wollen ein Zeichen setzen“

Von Frank Klemmer

Es ist ein buntes Bündnis, das mit einer Unter schriftenaktion für die Einführung einer Gesamtschule in Frechen zum Schuljahr 2014/2014 kämpfen will. Unterstützt wird die Kampagne, die vom Kreisverband der „Falken“ im Rhein-Erft-Kreis koordiniert wird, von einem Aktionsbündnis dem neben den „Falken“ der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen, der Frechener Stadtverband der Linken, die junge Alternative (JA!), die Arbeitsgemeinschaft der Schulpflegschaften der Grundschule sowie die Bürgerinitiative Grube Carl angehört. Sie alle eint der Wunsch, so schnell wie möglich eine Gesamtschule in Frechen einzurichten. Rund ein Viertel aller Frechener Schüler, so das Bündnis, pendele zu Pulheimer oder Kölner Gymnasien oder zu Gesamtschulen im Umland. Dennoch müsse das Frechener Gymnasium mit steigenden Anmeldezahlen rechnen, das Raumangebot der Schule sei unzureichend. Bei seiner Schlussfolgerung stützt sich das Bündnis auf ein Gutachten das im Sommer im Schulausschuss präsentiert wurde: Die Experten des Büros „komplan“ hatten der Poltik die Schließung der Hauptschule, die Verkleinerung der Realschule und die Einrichtung einer Gesamtschule empfohlen. Für das Angebot einer Gesamtschule spreche vor allem, dass sie einen „sanfteren Weg“ biete, sagte Thomas Breuer von „JA!“. Das gelte nicht (nur) für ein Akademiker-Familie, die ihrem Kind, das unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche leidet, den Druck am Gymnasium mit verkürztem Abitur nach acht Jahren nicht zumuten will. „Ich kenne auch mitfühelnde Lehrer, die einem talentierten Kind eine Realschul-Empfehlung geben, weil sie davon ausgehen, dass sein Elternhaus ihm auf dem Gymnasium nicht helfen kann.“ Dennoch hat das Bündnis den Eindruck, dass trotz der aktuellen Debatte der Frechener Schulpolitik nicht wirklich etwas passiert. „Die Stadt reagiert, sie agiert nicht“, sagt Kai-Uwe Tietz von der AG der Schulpflegschaften, der selber als beratendes Mitglied im Schulausschuss sitzt. „Wir müssen die Kräfte für eine Gesamtschule bündeln“, glaubt deshalb auch Jürgen Weidemann von den Grünen, der gemeinsam mit seiner Kollegin Miriam Erbacher davon überzeugt ist, dass eine Entscheidung für die Gesamtschule nicht zwingend mit Neubauten verbunden ist. „Es geht ganz einfach um eine Umstrukturierung der Schullandschaft, sagt Erbacher, selber Lehrerin am Frechener Gymnasium. Mit der Unterschriftenaktion wollen die Beteiligten nicht die förmliche Befragung ersetzen, die zur Errichtung einer Gesamtschule erforderlich ist, betont Kai Uwe Tietz: „Wir wollen ganz einfach ein Zeichen setzen.“ Deshalb könnten nicht nur Eltern von Drittklässlern unterschreiben, sondern zum Beispiel auch solche, deren Kind noch in einen Kindergarten geht. Zur Kritik des Beigeordneten Uttecht, der in einer der vergangenen Schulausschussssitzungen vom „Druck der Straße“ gesprochen hatte, sagte Tietz: „Es waren nicht die Eltern, sondern es war die Politik, die im vergangenen Jahr die Debatte über die fRechener Schullandschaft angestoßen hat.“

Wochenende Frechen vom 08.11.2012

Gemeinsam für eine Gesamtschule in Frechen

Lars Kindermann

Blog: Gegenentwürfe vom 13.11.2012

SPD-Frechen: Volle Kraft voraus zur Gesamtschule

Hin und wieder ist die SPD für eine Überraschung gut. Gestern war ein solcher Tag. Auf einer gemeinsamen Sitzung von Fraktion und erweitertem Vorstand des Ortsvereins wurde über die einzuschlagende Linie in der Gesamtschulfrage debattiert. Die Haltung der Fraktion hatte sich bis zu dieser Sitzung nicht grundsätzlich geändert. Die Königsdorfer Vertreterin, Frau Geyer hatte sich andernorts vor einigen Wochen schon deutlich gegen eine Gesamtschule ausgesprochen, die schulpolitische Sprecherin der Fraktion Frau Steinmetzer hat sich klar pro Sekundarschule positioniert und der Beigeordnete Uttecht treibt die Angst vor den Kosten um. Bei zurückgehenden Gewerbesteuereinnahmen zusätzliches Geld für Schulen in die Hand nehmen, also wirklich, das muss jetzt nicht sein. Dem steht entgegen, dass das von der Stadt beauftragte Komplangutachten eine klare Empfehlung ausgesprochen hat: die Schaffung einer Gesamtschule ist die für den Bildungsstandort Frechen beste Lösung. Die Position der Verwaltung, wie sie Herr Uttecht formuliert, sie wäre ja nachvollziehbar, wenn, ja wenn die Frechener Schulen in Schuss wären. Aber: die Gebäude der Realschule sind reif für den Abbruch. Die Stadtverwaltung hat dies bei ihrer Prüfung der Gesamtschulthematik indirekt eingestanden: „Die Gesamtschule auf dem Areal am Freiheitsring entsteht als Neubau nach vollständigem Rückbau der vorh. Gebäude“ Wäre ja nicht notwendig, wenn die Gebäude noch in Schuss wären. Daraus läßt sich mit einfachen Worten ableiten: Die Realschulgebäude sind im Eimer. Entweder die Realschule kriegt einen Neubau oder die Gesamtschule. Bezahlt werden muss das von der Stadt so oder so. Zusätzlich hat das Aktionsbündnis Gesamtschule für Frechen innerhalb weniger Tage bewiesen, dass die Eltern von Grundschul- und Kindergartenkindern sehnsüchtig auf eine Gesamtschule warten. Alleine aus diesem Bereich liegen jetzt schon mehrere hundert Unterschriften vor. Diese Stimmung, die auch von anderer Seite bestätigt wurde, ist wohl auch bei der SPD angekommen. Und die Unterstützung für die Gesamtschule wird von einigen wenigen Grundüberzeugungen der Eltern getragen:

  • Nicht jedes Kind hat eine problemlose Bildungsbiographie – Brüche jedoch werden von der Gesamtschule besser aufgefangen.
  • Nicht jedem Kind wird ein Turboabitur (achtjähriges Gymnasium) gerecht, eine neunjähirge Gymnasiallaufbahn ist vielen Eltern sehr viel symphatischer.

Lebenspraktisch, kindorientiert und komplett unideologisch sprechen sie die Eltern mehrheitlich dafür aus, dass Frechen eine Gesamtschule benötigt. Vor diesem Hintergrund musste auch die berechtigte Frage nach der politischen Glaubwürdigkeit einer örtlichen SPD nochmals gestellt werden, die sich bereits beim Thema Grundschule Grube Carl / Sanierung der Lindenschule nicht mit Ruhm bekleckert hatte. Gegen die Gesamtschule hätte bedeutet: ein weiteres Mal gegen die eigenen Wahlversprechen gehandelt zu haben. Und in diesem Falle sogar noch schlimmer: gegen die eigene langjährige Programmatik. Aber: die SPD hat das Ruder herum gerissen. In voller Fahrt. Mit klarer Mehrheit hat sich das Gremium der zentralen Forderung des Aktionsbüdnisses angeschlossen, die lautet: Umsetzung des Komplangutachtens, also:

  • Auflösung der Hauptschule,
  • Verlagerung der Realschule auf das Hauptschulgelände
  • Schaffung einer Gesamtschule auf dem Realschulgelände am Freiheitsring
  • Das Aktionsbündnis erfährt dadurch eine weitere Stärkung und eine Verbreiterung der Unterstützung.

Damit ist der Kampf für eine Gesamtschule noch nicht gewonnen, aber die Chancen haben sich grundlegend verbessert.

Zum Blog

Kölnische Rundschau vom 14.11.2012

SPD für die Gesamtschule

Von Frank Klemmer

Kölner Stadtanzeiger vom 22.11.2012

Zukunft der Schulen im Blick

Von Pamo Roth

Kölnische Rundschau vom 22.11.2012

Fehler nicht wiederholen ...

Von Frank Klemmer

Kölnische Rundschau vom 08.12.2012

Gesamtschule soll im Rat Thema sein

Von Frank Klemmer

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat ein Eilantrag gestellt, damit die Diskussion über die Einführung einer Gesamtschule doch noch auf die Tagesordnung der Ratssitzung am kommenden Dienstag gesetzt wird. Das Aktionsbündnis „Gesamtschule für Frechen“, dem die Frechener Grünen angehören, wehrt sich gegen die Ansicht der Verwaltung, bei dem bisherigen Gutachten des Bochumer Büros „komplan“, das eine Gesamtschule empfiehlt, handele es sich lediglich um eine „Machbarkeitsstudie“. Dabei stützt sich das Aktionsbündnis auch auf eine Antwort der Bezirksregierung auf eine Anfrage von Kai Uwe Tietz, der als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Schulpflegschaften für die Grundschulen im Schulausschuss sitzt. Darin, so das Bündnis, habe die Bezirksregierung die Auffassung unterstützt, dass das vorgelegte Gutachten für die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung ausreichend sei. „Die Mail war nur die Antwort auf eine allgemeine Anfrage“, stellte Freia Johannsen, Sprecherin der Bezirksregierung Köln klar. Die Mail enthalte auch den Hinweis, dass die Bezirksregierung die Planungen nicht kommentieren wolle. „Wir prüfen erst, wenn der Rat einen Schulentwicklungsplan beschlossen und die Verwaltung uns ihn vorgelegt hat.“

Kölner Stadtanzeiger vom 13.12.2012

Keine voreiligen Beschlüsse

Von Pamo Roth

presse.txt · Zuletzt geändert: 2013/03/01 08:26 von schoberc
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